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Chelonis
Anna Chulkova, Malerei
Gerlinde J. Waering, Malerei
Michael Wagner, Skulptur und Malerei

im Château Berts, FuB Weinhandel
Ausstellungsdauer: 11.06. bis 30.08.2010
Ausstellungseröffnung am Donnerstag, den 10. Juni 2010 um 19.30 Uhr
Einführung: Sabine Philipp M.A.

Diesmal sind es gleich drei Kunstschaffende, die in dem inzwischen für zeitgenössische Kunstausstellungen bekannten Siegburger Château Berts bis 30. August 2010 eine Auswahl ihrer Werke zeigen. Die Malereien und Objekte werden zum einen monografisch geordnet präsentiert, im Untergeschoss des Weinhandels dagegen in buntem, spannungsreichen Wechsel zu sehen sein.
Die gebürtige Russin Anna Chulkova lebt und arbeitet seit 1998 in Köln und widmet sich ausschließlich der Malerei, Öl auf Leinwand. Sie hat sich ganz dem Gegenständlichen verschrieben. Ihre bevorzugten Motive sind Motorräder und Autos, Schiffe (Segelschiffe und Fischkutter), Hunde, Badende im Meer, Seelandschaften, Venedig. Die erstaunlichen Bildergebnisse beruhen auf einem intensiven Ringen der Künstlerin, für diese im Grunde banalen, alltäglichen Motive und Themen neue, individuelle Lösungen zu finden und mit ihnen eine dichte, spannungsreiche Atmosphäre und Stimmung zu erzeugen. Verzicht auf fotorealistische Wiedergabe, Einsatz reduzierter Farbpalette, Fokussierung auf enge, schnappschussartige Bildausschnitte oder Abwesenheit von Menschen entrücken die Szenerien ins Unwirkliche.
Die Wachtberger Künstlerin Gerlinde J. Waering hat aus ihrem umfangreichen Repertoire ausschließlich Tuschearbeiten ausgewählt: von Miniaturen nicht größer als ein länglicher Briefumschlag bis hin zu Tuschebahnen von bis zu 3 m Länge. Seit 2008 beschäftigt sich Gerlinde Waering mit experimenteller kalligrafischer Malerei. Die an zum Teil überdimensionale asiatische Schriftzeichen erinnernden Figuren spiegeln den inneren Rhythmus der Künstlerin wieder, der sich in der schwungvollen Handbewegung und teilweise dem ganzen Körpereinsatz fortsetzt und die Tusche damit spontan und frei auf Papier oder Transparentpapier zaubert. Zahlreiche Variationen voller Bewegung, Spannung, aber auch innerer Ruhe und Ausgeglichenheit entstehen.
Michael Wagner malt und fotografiert. Der Schwerpunkt seiner künstlerischen Tätigkeit liegt allerdings auf der Skulptur – auf Holz- und Metallarbeiten – von denen er einige im Château Berts zeigt. In allen seinen Arbeiten geht es Wagner, zu dessen Vorbilder Rothko, Beuys, Paik, Balkenhol oder Rauch zählen, um das Konzentrat: um gezügelte Sinnlichkeit, komprimierten Ausdruck. Es sind abstrahierte Einzelfiguren oder Figurengruppen, schwer greifbar, sperrig, die auf den ersten Blick nichts Gefälliges an sich haben. Der Künstler sucht bei seiner Arbeit die Auseinandersetzung mit dem Material, er will Widerstand spüren, Grenzen fühlen und überwinden. Das gibt er mit seinen Objekten an den Betrachter weiter: Auch der soll Widerstand spüren, Grenzen überwinden – auf seine Weise. Durch die Irritation, die Wagners Arbeiten auslösen, wird zugleich zum Nachdenken angeregt.

Die spannungsreiche, vielseitige Präsentation wird am 10. Juni um 19.30 Uhr mit einer Einführung durch die Kunsthistorikerin Sabine Philipp offiziell eröffnet. Die Künstlerinnen und der Künstler werden anwesend sein.