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08.05.2009

K. P. Kremer

Joachim Roederer

Sinnenmensch und kalter Fisch

Bürgermeister Franz Huhn eröffnet am 08.05.2009, um 19.30 Uhr in Siegburg im Denkraum eine Ausstellung mit Arbeiten von K.P.Kremer und Joachim Roederer.

Denkraum Siegburg | Im Haufeld 2a | 53721 Siegburg
Ausstellung vom 08.05.09 bis 28.05.09
Geöffnet 09.05.09 und 23.05.09 jeweils von10.00 bis 16.00 Uhr und nach Vereinbarung

Bei den Protagonisten dieser Ausstellung handelt es sich um Puristen, von der Suche nach neuen Darstellungen und Formen geradezu Besessene, um kreative Alchimisten, wenngleich ihr Schaffen nicht dem Goldmachen dient, sondern vielmehr der Auseinandersetzung mit der namensgebenden „Schwarzen Erde“.

Gerade beim 1944 in Siegburg geborenenen Karl Peter Kremer spielt das Schwarz eine tragende Rolle. Selten kann man eine solch intensive und eingängige Konfrontation mit Schwarz erleben wie bei ihm. Er bietet uns die absolute Dichte und schwarzbleiernde Schwere. Darüberhinaus ist er akribischer Sammler, Analytiker und Prozessbeobachter von scheinbaren Selbstverständlichkeiten. So basieren Teile seine Arbeiten auf alten Briefen, auf der eigensinnigen Poesie und Aura des Alltags wie man sie auf Kanzleibögen findet. Hierdurch und hierauf verbildlicht er die Dimension Zeit, das Vergängliche und stellt sich dem Kommenden. Erwartend schafft er stets neue Ansätze, reduziert Farben und Formen, um das Verbleibende dadurch herauszustellen. Bei ihm dominiert das Zurückhaltende, das auf dem zweiten Blick Sichtbare und zieht uns in seine Tiefe. So appeliert der selbstbezeichnete Sinnenmensch Kremer an unsere Emotionen und entrückt uns dem Hier und Heute.

Ebenso jetztfern bestand auch das alte griechische Troja und mit ihm das zur Sage gewordene Pferd. Allerdings hat der in Magdeburg arbeitende Metallbildhauer Joachim Roederer es weniger mit Pferden als mit Fischen. So zeigt der aus Baden stammende Künstler, der in Köln und den USA studierte, urzeitliche Fische, die auf Stangen schwingen, Fische, die – als Skelette auf ihre Grundstruktur reduziert – im Raum tauchen. Schwerpunkte seiner künstlerischen Tätigkeit sind die Erschaffung von Stahlobjekten, Kinetischen Objekten und Schneidearbeiten aus Stahlblech. Darüberhinaus entwickelt er Multimediaobjekte und arbeitet an Theateraufführungen und Performances. Joachim Roederer sieht seine Zielsetzung darin, in der Zukunft Metallbildhauerei und Multimediaarbeit e nger zusammenzuführen. Als Ergebnis dieser Symbiose hat er den Trojanischen Fisch geschaffen, der sein Maul weit öffnet, um einen Blick auf den Film freizugeben, der in seinem Inneren abläuft. Anders als Kremer bietet Roederer hunderte und tausende von Ansätzen, sich optisch, haptisch und auditiv seinen Arbeiten zu nähern. Bei ihm geht es weniger um das alles vergessende Eintauchen in die eigene Seele. Roederer will mitreißen, anstoßen und fordert auf, den Formen zu folgen und deren Entgegenkommen zuzulassen. So spielen beide auf ihre ganz eigene Weise mit Bewegung, Ausgerichtetsein und dem Drang, das Unfassbare zu erfassen.