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Von der Industrie inspiriert

Im Château Berts zeigt die Bonner Galerie Sassen vom 05.06. bis 15.09.09
Arbeiten von Christina Molke und Odo Rumpf.

Christina Molke und Odo Rumpf verarbeiten industrielle Eindrücke und Altlasten in Form und Farbe.

Sie ist eine Tochter des Ruhrgebiets, er ein Sohn der Chemiestadt Leverkusen und beide
vereint das kindliche Großwerden im industriellen Umfeld. So wurden beide Sammler und Suchende und mit den Jahren ihres künstlerischen
Schaffens zunehmend Findende und Fertigende.

Die seit 2005 in Bonn lebende Christina Molke arbeitet seit ihrer Akademiezeit in Arnheim
und Trier sowie einem anschließenden Studium der Visuellen Kommunikation zumeist zyklisch. Ihre Themenpalette dabei ist breit und umfasst
neben Industriewelten ebenso gerne Begriffe wie Tanz und Bewegung oder die Lyrik Rilkes. Die Umsetzung in ihrer Malerei geschieht durch
Abstraktion und Farbe, die der 1971 in Gevelsberg geborenen Künstlerin weniger als Mittel zum Zweck, sondern als Ziel dienen.
So legen sich bei ihr Farbschichten und Lasuren übereinander, nehmen sich gegenseitig auf und dokumentieren in Kontur, Verlauf und
Oberfläche ihr vielschichtiges und sich stets erneuerndes Schaffen. Als Betrachter muss man sich ihren Bildern nicht selten auf
wenige Zentimeter nähern, um die gesamte Bandbreite an Strukturen, die sich durch die Überschichtungen, Abtragungen und Vermischungen
ergeben, erfassen zu können.

Auch Odo Rumpfs Arbeiten ertragen detailsuchende Augen, handelt es sich doch um
grazile, detailverliebte Skulpturen aus Industrieschrott – sortiert, berechnet, in akribischer Weise durchdacht, positioniert
und verschweißt. Die gezeigten Arbeiten gehören dabei zu seinen kleinen, da es teilweise zehn Meter hohe, kinetische Großobjekte
waren, mit denen er auch über die Grenzen des Rheinlandes bekannt geworden ist. Nach Abschluss eines Maschinenbaustudiums
absolvierte er Kunststudien, ehe er freischaffender Künstler wurde. Viele Solar- und Medienskulpturen des in Köln tätigen
Bildhauers sind im öffentlichen Raum des In- und Auslandes zu finden.

Doch bei allen Unterschieden in der Arbeitsweise und den gezeigten Werken
ist den Künstlern offensichtlich Grundsätzliches gemeinsam. Beiden geht es in ihrem Schaffen um Entwicklung und Erneuerung,
um Wege aus einer vergangenen, erlebten Zeit in eine neue, erlebbare Zeit. Dabei datieren sie nicht und legen somit weder
sich noch den Betrachter fest. Vielmehr lassen sie Raum und Zeit für eigene Interpretationen und Auslegungen des durch sie
geschaffenen Sichtbaren. So rücken beide das Prozesshafte, die eigentlich Entstehung in den Mittelpunkt ihrer Arbeiten.

Ein spannender Dialog zum Miterleben.

Die feierliche Ausstellungseröffnung mit einer Einführung von Ulrike Backs
findet am 05. Juni 2009 um 19.30 Uhr im Château Berts der Weinhandlung Fegers und Berts in Siegburg statt.