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30.01.2009

Christina Molke, Stefan Schneider, Paul Stein

Vom Abtragen des Auftrags

Im Kölner Dom Hotel präsentiert die Bonner Galerie Sassen vom 09.01. bis 29.05.09 Arbeiten von Christina Molke, Stefan Schneider und Paul Stein.

Christina Molke, 1971 in Gevelsberg geboren, arbeitet seit ihrer Akademiezeit meist zyklisch. Ihre Themenpalette ist groß und reicht von Rilkes Lyrik bis Industriewelten. Die Umsetzung geschieht in ihrer Malerei durch Abstraktion und Farbe, die der jungen Künstlerin nicht als Mittel zum Zweck, sondern als Ziel dienen. So legen sich bei ihr Farbschichten und Lasuren übereinander, nehmen sich gegenseitig auf und dokumentieren in Kontur, Verlauf und Oberfläche ihr vielschichtiges und sich stets erneuerndes Schaffen.

Hochgradig organisch dagegen erscheinen die abstrahierten Flächen und Linien in den großformatigen Arbeiten des 1957 geborenen Stefan Schneider. Ganz offensichtlich sind hierbei verinnerlichte Bezüge zur Archäologie zu erkennen. Dabei arbeitet er seinem Naturell als Suchender geradezu entgegen, in dem er mit jedem Farb- und Materialauftrag mehr verschleiert. Man könnte den Eindruck gewinnen, als bringe er ganze Geheimnisse unter die Oberfläche, um am Ende dem Betrachter nurmehr punktuelle Einblicke in seine Tiefen zu gewähren. Seine Bilder kombinieren dabei stets Malerei und Collage mit Überlagerungen verschiedenster Art. Dazu verwendet er Acryl und Bitumen, Schablonentechnik und Auskratzungen, womit er sich von jedwedem strengen Formengefüge löst.

Paul Stein ist dagegen der stille Notierer, Retuscheur und Visualisierer. Er erzeugt auf den gezeigten Leinwänden durch Schichtungen und Abkratzungen des Farbauftrags den Eindruck, vor bemalten, teils mit Graffiti überzogenen Wänden und Mauern zu stehen. Der 1949 geboren Künstler, der sich bis zu seinem viel zu frühen Tod 2004 einen Namen mit Unikatbüchern gemacht hat, verleugnet in seiner Malerei vor allem den Retuscheur nicht. Das ‚Wieder-Anfassen’, das erneute Aufnehmen und Abtragen von Schichten stellt bei ihm einen elementaren Schaffensprozess dar. Hierin liegt gleichermaßen Spannung, Geheimnis und Angebot seitens des Künstlers. Das allerdings ist ganz klar die auf den ersten Blick nicht ersichtliche Gemeinsamkeit der drei von Luzia Sassen präsentierten Künstler.

Die Einführung auf der Vernissage am 30.01.09 um 19.00 Uhr wird der Kölner Künstlerkollege SAXA (Dr. Sascha A. Lehmann) vornehmen. Die Ausstellung ist nach vorheriger Vereinbarung mit der Galerie Sassen oder dem Dom Hotel bis zum 29. Mai zu besichtigen.