Monika Radhoff-Troll

Malerei Installationen Objekte Fotografie

Text anlässlich der Eröffnung im Denkraum am 11.5.2012:

Monika Radhoff-Troll ist zwischen unterschiedlichen künstlerischen Metiers zuhause und präsentiert hier installationsartige Objekte und Fotografien.
Die poppig-farbigen Objekte haben eine unglaubliche haptische Wirkung – sie verführen geradezu, sie anzufassen. Das zunächst fremd und eigenartig anmutende Material entpuppt sich als gleichförmig geschnittene Schnipsel aus Kunststofffolie, genauer gesagt als gleichmäßig zerschnittene Plastiktüten.
Diese sammelt die vielgereiste Künstlerin in aller Welt; vor allem dort, wo die Tüten durch ihre intensive Farbigkeit bestechen. Die etwa 2 cm breiten Bahnen hat die Künstlerin über einem Fadengitter nach guter alter Handwerkskunst geknüpft wie Teppiche. Statt kurz geschnittener Wollfäden verdichten sich aber eben die Plastikstreifen zu einem bunten Flor und bilden so ein teppichartiges Gewebe, das zum Hineingreifen, Streicheln und Kuscheln zu animieren scheint.
Aber die Materie ist bei weitem nicht so kuschelig, wie sie zunächst erscheint; die dünnen, glatten Kunststoffstreifen sind knistrig und kühl. Das Material verdichtet sich zu einem hochflorigen Gewebe, das bewusst zu farbigen Kompositionen gefasst ist. So fangen die gelben Objekte das Sonnenlicht ein und lenken es weiter in den Raum, und auch die roten Objekte strahlen warme Impulse in den Raum. Wie energetisch aufgeladen wirken die Objekte, die man auch als Teppiche oder Kissen bezeichnen könnte. In den Fotos, die Monika Radhoff-Troll von ihren eigenen Objekten macht, wird der Blick noch stärker auf Farben und Struktur gelenkt. Des Haptischen enthoben, fokussiert sich der Blick mehr auf das Zusammenspiel der verschiedenen Farbnuancen, auf die Räumlichkeit, die sich aus der Rhythmik von Licht und Schatten ergibt. Hin und wieder scheinen zwischen den überwiegend monochromen Streifen solche mit Zahlen, Buchstaben und Strichcode-Fragmenten auf. Ihrer früheren Funktion als Werbeträger enthoben, mutieren sie hier zu geheimnisvollen, verfremdeten Kennzeichen, die eine neue Sinnhaftigkeit entfalten. In der Verfremdung der Objekte durch die ausschnitthafte Fotografie erinnern die „Teppiche“ an verschiedenste Dinge, an das Flirren der Kostüme im Karneval von Rio zum Beispiel, an tibetanische Gebetsbänder oder an die Inszenierungen sportlicher Massenveranstaltungen im Großreich China, an landschaftliche Szenerien oder geologische Schichtungen….
Abgesehen von der Ästhetik ihrer Objekte geht es Monika Radhoff-Troll aber wesentlich um den kritischen Verweis auf die materiellen Ursprünge ihrer Kunst. Die massenhafte Verwendung von Plastiktüten im Besonderen als Sinnbild für den weltweiten verschwenderischen Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen im Allgemeinen findet hier einen künstlerischen Ausdruck. Allerdings vermeidet Monika Radhoff-Troll den mahnenden Zeigefinger und die Inszenierung apokalyptischer Endzeitbilder. Mit der Verknüpfung verschiedenster Kunststofftüten aus aller Herren Länder verweist die Künstlerin auf den globalen Raubbau an der Natur, schafft durch die künstlerische Verfremdung aber durchaus fröhlich anmutende und anregende Sinnzusammenhänge.

© Dr. Gundula S. Caspary, Kunsthistorikerin
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nur mit Genehmigung der Autorin.

Monika Radhoff-Troll
1958 geboren in Gelsenkirchen, Deutschland

Vita
2007 – 2011
Mitglied FJK Fördergemeinschaft Junger Kunst e.V.

1994/95, 2006-2012
Gründungs- und Vorstandsmitglied des Vereins dreieck.triangle.driehoek
Förderverein kulturschaffender Frauen in der Euregio Maas-Rhein e.V.

1995
Gleichberechtigung – Wunsch und Wirklichkeit, Kunstpreis Stadt Lohmar, Ehrenpreis

1978-85    
Studium Kunst/Textilgestaltung, Sek I, PH/RWTH Aachen bei Prof. Benno Werth, 1./2. Staatsexamen

Monika’s work is focussed on paintings and installations. All sand paintings capture real traces of life and nature. Removed from their surroundings onto a sand coated canvas – with material originally from the point of origin –  similar traces arise. These impressions create space for looking at well-known things in a new perspective.
The paintings seem to be poetic landscapes – but all of them are deserted. Human traces are barely or not at all existent. Finiteness and memory are subject. Hardly anything else but sand can make this clear. Sand blows away, collapses back upon itself, is insecure.
Nature is as fragile as the sand the motives are painted on. A lot of it we don’t know how to preserve. Therefore on the one hand the painted non-permanent moments represent the past, on the other hand paradoxically show a possible future world:  landscapes, characterized by human absence.
In comparison to her paintings upon sand, Monika Radhoff-Troll creates installations, as her view upon art is influenced by political and ecological aspects. She doesn’t want to confront the viewer with horrific real life scenario – but she wants to disturb them by building alienated, distorted situations, pseudoscientific assemblages and installations with recycled material. Especially details of the plastic installations are chosen by her for limited fine art photography.

Ausstellungen
2015
galerie luzia sassen, Cologne
galerie luzia sassen, Bonn
ART Karlsruhe, Galerie Chiefs and Spirits, D
ART Rotterdam, Galerie Chiefs and Spirits, B
2014

Affordable Art Fair Brüssel, Galerie Chiefs and Spirits, B
ART.FAIR Cologne galeriesassen, D
galerie sassen | kabelmetal, Windeck/Schladern, D
ART Karlsruhe, Galerie Chiefs and Spirits, B
galeriesassen, Bonn, D

2013
Affordable Art Fair Brüssel, Galerie Chiefs and Spirits, B
Art Cologne, nicolai, Köln, D
ART 2013, Jaarbeurs Utrecht, Chiefs & Spirits, Utrecht, NL
GLOBAL VILLAGE  at Kapellhaus,
German-Azerbijan Culture house, Baku, Azerbijan
art on stage, Atelierhaus Aachen, Maastricht, NL
C.A.R. Contemporary Art Ruhr, Galerie Sassen, Essen, D
“Grenzgänger”, VBK und AHA, Berlin, D
HET 8STE CONTINENT; Metaal Kathedraal, Utrecht, NL
intercultura, AHA, Aachen, D
Intercambio, AL MARGE ESPAI D’ART, CASA DEL CABLE, CA LAMBERT; XÀBIA, Spain
Rouge Noir, dreieck e.V., Musée de Huy, Galerie Juvenal, Fondation Bolly-Charlier und Eglise St-Mengold, Huy, B
Aachener Kunstroute, Aachen, D
Affordable Art Fair Hamburg, Galerie Chiefs and Spirits, D
“Grenzgänger”, VBK und AHA, Aachen, D
FOTO & MEHR, galeriesassen, Bonn, D
Affordable Art Fair Hamburg, Galerie Chiefs & Spirits, Hamburg, D
Art Gent 2013, Galerie Chiefs & Spirits, Gent, B
Annual Exhibition and Open Doors, AHA, Aachen, D
Annual Exhibition BBK, Aachen, D

2012
„Kleine Galerie“ Aachen Arkaden, Kulturwerk Aachen e.V., D
„Face to Face“, dreieck e.V., Arlington County Board Offices, Arlington VA, U.S.A.
GLOBAL VILLAGE 2012 Projekt 072, Alkmaar, NL
galeriesassen BONN, D
Face to Face, Arlington County Cultural Affairs Office, Arlington VA, U.S.A.
Art Cologne, nicolai, Köln, D
galeriesassen, Denkraum, Siegburg, D
galeriesassen, Fotoausstellung, Bonn, D
Kunsttour Maastricht, NL
100+ artworks from the world for Fukushima, Tokyo, Japan
GLOBAL VILLAGE 2012, Château de Sully, Burgund, F
100+ artworks from the world for Fukushima, Minami Soma Central Library, Fukushima, Japan
GLOBAL VILLAGE 2012, Kulturhuset Brønden, Brøndby, Dänemark
100+ artworks from the world for Fukushima
Kangaeru-Shirou kan Kawauchi mura, Fukushima on steady basis, Japan
galeriesassen KÖLN, Alteburger Str. 111, Koeln, D
Aachener Kunstroute, dreieck e.V., Burg Frankenberg, Aachen, D
Galerie T, Middelburg, NL
Affordable Art Fair Hamburg, Galerie Chiefs and Spirits, D
22.Kunstmesse Frauenmuseum Bonn, P 35 mit dreieck e.V., D
Jahresausstellung AHA, Aachen, D
Jahresausstellung BBK Aachen, D

2011
ARTIUM KUNSTSALON, Art on Demand, Bad Honnef, D
Villa Herzogenrath, KKWZ, Herzogenrath, D
Galerie T, Middelburg, NL
Galerie Groendal, Zierikzee, NL
Internationales Kunstprojekt FACE to FACE – thinking outside the box, initiiert von dreieck.triangle.driehoek e.V., Aula Carolina, Aachen, D
ARTIUM KUNSTSALON, YELLOW I, Bad Honnef, D
EURODE KUNSTROUTE, Villa Herzogenrath, D
FACE to FACE- thinking outside the box, Villa Herzogenrath,
Kunst-Kultur- und   Wirtschaftszentrum, Herzogenrath, D
Galerie 3G, Projekt MailArtBooks, Sittard, NL
Galerie Windkracht 13, Den Helder, NL
INTERNATIONAL ART FESTIVAL, Villa Herzogenrath, D
Aachener Kunstroute, Burg Frankenberg, mit dreieck e.V., D
100-Tage-Kunst, Ballhaus, Düsseldorf, D
FACE to FACE- thinking outside the box, Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft, Eupen, Belgien
Rouge Noir, dreieck e.V., BRF, Eupen, B
Arlington VA, internationales Kunstprojekt,  FACE to FACE, U.S.A.
WIP-Gallery, Exhibition, Artisphere, Arlington VA/ U.S.A.
Galerie Juvénal, Fondation Bolly-Charlier, Huy, B
Jahresausstellung 2011 Atelierhaus Aachen und offene Türen, D
Semper Verde, digital, Frauenmuseum Bonn

2010
Galerie Windkracht 13, work  in stock, Den Helder, NL
„Er is eens…“, De andere Kant, Geldrop/ Eindhoven, NL
Foyer Bezirksregierung Münster, MISEREOR/dreieck e.V., Münster
»SITZ!  Die Kunst ist auf den Hund gekommen«, Artium KUNSTSALON, Bad Honnef
Kunst  op 10, Hoeve de Binnenplaats, Kunstroute Schimmert, NL
art club, mit dreieck e.V., Aachen
„Rouge Noir“, De andere Kant, mit dreieck e.V., Geldrop, NL
Natuur Historisch Museum, Galerie HENN art, KunstTour Maastricht 2010, Maastricht, NL
Galerie 3G, Sittard, NL
Kunstkwartier 6211, Maastricht, NL
Museum Burg Frankenberg, mit dreieck e.V., Kunstroute Aachen
Couven Museum, 100 Künstler – 100 Kacheln 2010, Aachen
„OPGETEKEND & VASTGELEGD“, Ainsi, Maastricht, Aachen