Karin Lubberich

Die fotografische Geste an sich stellt ein Paradoxon dar, da sich zwei gegensätzliche Zustände in ihr vereinen: die Geste als auszuführende Bewegung und die Fotografie als Mittel zur visuellen statischen Fixierung eines Moments.

Insofern sind die Arbeiten Karin Lubberichs ganz nah am Thema, wenn Sie sich im Bildfindungsprozess selbst nicht nur als Akteur sondern auch als Beobachter involviert, da sie sich selbst als Motiv ablichtet. Dabei erfasst sie ausschnitthaft alltägliche Bewegungsabläufe einzelner Extremitäten oder auch den Bewegungsverlauf ihrer ganzen Person, die in ihrer Unschärfe eine spezifische Haltung bzw. eine allgemeingültige Geste sichtbar macht, wobei auch Umfeld bzw. Hintergrund eine wichtige Rolle in der malerisch anmutenden Bildkonzeption spielen.