Juergen Heinz

1969 geboren in Bensheim

1985 – 1988 Ausbildung als Metallgestalter
1989 – 1995 Lehr- und Wanderjahre, Deutschland, Schweiz
1994 – 1995 Studium an der Werkakademie für Gestaltung, Kassel
1995 – 1996 Dozententätigkeit Werkakademie für Gestaltung
1996 Meisterprüfung an der Metallfachschule, Oberursel
seit 1997 freischaffend als Metallbildhauer
Atelier in Lorsch, lebt in Darmstadt

Ist Metallbildhauer. Er absolvierte ein Studium als Gestalter an der Werkakademie in Kassel und eine Ausbildung zum Metallgestaltermeister. Seine Lehr- und Wanderjahre verbrachte er in Deutschland und in der Schweiz, u.a. bei Hans-Ueli Baumgartner in Luzern, Ernst Schindler in Stuttgart und Jochen Wünsche in Kassel; es folgte die Tätigkeit als Dozent an der Werkakademie Kassel.

KOMMUNIKATION. Der Mensch als Individuum und im Zusammenleben mit anderen ist das Thema von Jürgen Heinz. Beziehung, Nähe und Distanz, Miteinander, Nebeneinander, Kommunikation und Titel wie „Touch“, „You and Me“, „Gleichklang“. Der Dialog zwischen seinem Objekt und dem Betrachter ist ihm sehr wichtig. <Die Werke kommunizieren mit dem Betrachter> – würdigt die Frankfurter Galeristin Barbara von Stechow <Sie fordern auf und heraus zum Agieren>.

WERK. Intuition und Mut, Sensibilität und Kraft, bedingungsloser Wille das Unmögliche zu wagen bestimmen das umfangreiche Werk. Experimentierfreudige Gebrauchskunst zunächst und Studien, wie die im Jahre 2001 entstandene „Würfelstudie“, dann größere Formen, gegenständliche Schöpfungen, Abstraktion und Statische Plastik sowie Installationen. Als wichtige Arbeiten seiner ersten Schaffens-Phase gelten die im Jahre 2009 als Kunst im öffentlichen Raum für die Stadt Lorsch entstandene Installation „Kommunikation“, die Architekturkunst Serie „Neunteilig“ aus dem Jahre 2010, sowie die 2011 geschaffene Installation „Innehalten“, eine Momentaufnahme des Sich Besinnens im gesellschaftlichen Kollektiv. Es entstand eine Figurengruppe aus 80 Einzelsilhouetten. Auflösung durch den Künstler nach dreimaliger Inszenierung. Einzelabgabe der 30 Objekte um seine Botschaft an möglichst vielen Orten zu platzieren.

MOVING SCULPTURES. Mit dem Thema Bewegung hat Jürgen Heinz schon früh experimentiert. So stellt er mit seinen statischen Plastiken immer wieder Bewegung dar. 2013 überschreitet Jürgen Heinz mit den „Moving Sculpture“ den unüberwindbar scheinenden Kontrast zwischen archaischem Stahl und sanfter Beweglichkeit.
Bis zu 2 Meter hohe Stahlobjekte schwingen mit poetischer Anmut, lautlos, fast schwerelos. Sie verbergen ihre Beweglichkeit in einer geschlossenen Form, die zunächst als Statische Plastik wahrgenommen wird. Berührung durch den Betrachter, auch Wind, hauchen Leben ein: Bewegung aus dem Inneren der Metallskulptur wird zum Herzschlag, zum Antrieb des Objektes. Mit ihren menschlich-abstrakten Bezügen dringen die „Moving Sculptures“ in das Innere des Betrachters, berühren und werden berührt.

Die Bewegung auch im Prozess der Ideenfindung ist ihm sehr wichtig. Oft beißt er sich an einem Thema fest. Ein Teil einer alten Idee ist oft der Ausgangspunkt für eine neue Idee. Jürgen Heinz sucht im täglichen Umfeld nach Strukturen, Beziehungen und modularen Aspekten, liebt Reihungen oder Objekte die sich modular verändern lassen. So entstehen neben Einzelwerken häufig auch Werkserien.

<Der spanische Bildhauer Julio González gilt als Erfinder der Eisenplastik, Picasso machte sie 1928 abstrakt, Jürgen Heinz setzt sie 2013 mit den Moving Sculptures in Bewegung> – so der Kunsthistoriker Stefan Ackermann.

2015 ist Jürgen Heinz Preisträger des Jurypreises des rennommierten Skulpturenparkes Mörfelden Walldorf. In dem Werk „Ein Stück seiner Seele zurück zu lassen“ schreibt Marjana Gaponenko, Chamisso Literatur Preisträgerin 2013, über Jürgen Heinz im Rahmen des internationalen Matchbox Projektes. Neben der Teilnahme an nationalen und internationalen Ausstellungen und Wettbewerben initiiert Jürgen Heinz eigene Ausstellungen in seinem Lorscher Atelier und ist als
Mitglied von Sculpture Network einer der Gastgeber des weltweit organisierten New Years Brunch´.

Mein Anliegen
Ich arbeite mit Stahl.
Die Bewegung im Prozess der Ideenfindung ist mir sehr wichtig.
Oft beiße ich mich an einem Thema fest, mache Varianten, auch Serien.
Ein Teil einer alten Idee ist oft der Ausgangspunkt für eine neue Idee.
Die Themen drehen sich um den Dialog zwischen dem Objekt und dem Betrachter.
Ich suche im täglichen Umfeld nach Strukturen, Beziehungen und modularen Aspekten.
Ich liebe Reihungen oder Objekte die sich modular verändern lassen.
Mein zentrales Thema ist der Mensch in seiner Beziehung miteinander, untereinander.
Die Statische Plastik als Ausgangspunkt: Bodenständig, mit Bodenhaftung, geerdet.
Die Objekte sind kopflastig ohne den Kopf zu verlieren.
Der Betrachter wird aufgefordert zu agieren, zu berühren.
Das schwere Objekt gerät in Schwingung; die Bewegung ist sanft im
Gleichklang oder auch nicht.
Jürgen Heinz, Januar 2016